Leben mit Makuladegeneration
Leben mit altersabhängiger Makuladegeneration: Formen, Behandlung, Amsler-Test, Lupen und Licht, exzentrisches Sehen und Tipps für Angehörige.
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Gesundheit
Vom Lauftreff bis Goalball: Sport bleibt mit Sehbehinderung möglich – oft mit kleinen Anpassungen, klaren Absprachen und der richtigen Begleitung.
Sport stärkt Herz und Kreislauf, hält Gelenke beweglich und wirkt nachweislich stimmungsaufhellend. Für Menschen mit Sehbehinderung kommt hinzu: Wer sich viel bewegt, trainiert zugleich Orientierung, Gleichgewicht und Körpergefühl – Fähigkeiten, die im Alltag mit wenig Sehvermögen besonders gefragt sind. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) betont in seiner Sport-Übersicht, dass nahezu jede Sportart mit entsprechenden Anpassungen ausgeübt werden kann.
Der Einstieg muss nicht im Verein beginnen. Ein täglicher Spaziergang, Übungen aus dem Rehabilitationssport oder Schwimmen zu festen Zeiten sind erste Schritte. Wichtig ist vor allem Regelmäßigkeit – und die Rücksprache mit Haus- oder Fachärztin bzw. Facharzt, wenn Vorerkrankungen bestehen.
Viele Sportarten funktionieren ohne Sehen oder mit wenig Sehvermögen, weil sie ohnehin auf Rhythmus, Takt und Körpergefühl aufbauen:
Die DBSV-Landesvereine und ihre Sportabteilungen nennen weitere Beispiele – von Kegeln und Schach über Rudern bis Segeln.
Zwei Ballsportarten wurden eigens für blinde und sehbehinderte Menschen entwickelt. Beim Goalball, einer paralympischen Sportart, werfen zwei Mannschaften zu je drei Spielerinnen oder Spielern einen Ball mit Glocken in das gegnerische Tor. Die Verteidigung hört den Ball, wirft sich seitlich und blockt ihn mit dem ganzen Körper. Alle Spieler tragen Augenbinden, damit auch unterschiedliche Sehreste keinen Vorteil bringen.
Torball funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip und wird vor allem im deutschsprachigen Raum gespielt. Beide Sportarten brauchen keine teure Ausrüstung und werden von Blindensportvereinen regelmäßig angeboten – sie eignen sich gut für den ersten Vereinseintritt.
Blindenfußball ist die bekannteste Ballsportart für blinde Akteure und gehört zum paralympischen Programm. Gespielt wird mit einem Ball, der Klingeln enthält und sich so akustisch verfolgen lässt. Die Spielfeldbegrenzung ist ertastbar abgeschirmt, und hinter dem gegnerischen Tor steht ein Guide, der den angreifenden Spielerinnen und Spielern Anweisungen zuruft. Laut Team Deutschland Paralympics beträgt die effektive Spielzeit zwei Mal zwanzig Minuten. Der DBSV bietet auf seiner Website eine verständliche Einführung in die Regeln.
Im Leistungssport von Menschen mit Sehbehinderung sind Guides fester Bestandteil: Beim Lauf, im Radsport, im Skilanglauf und im Biathlon bilden Sportlerin bzw. Sportler und Guide ein Team. Auch im Breitensport hilft eine feste Begleitperson beim Einstieg. Gute Absprachen sind entscheidend: Ansagen für Richtung, Tempo und Hindernisse sollten vorher geklärt und gekürzt werden („Stufe hoch“, „Kurve links“, „frei“). Ein kurzes Verbindungsband oder das Fassen am Oberarm gibt zusätzlich Sicherheit.
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) betreibt die Plattform parasport.de mit einem bundesweiten Vereinsfinder, der gezielt nach Angeboten für Menschen mit Sehbehinderung filtert. Dazu kommen:
Fragen zu örtlichen Angeboten beantworten auch die Landessportbünde. Wer unsicher ist, ob eine Sportart infrage kommt, kann sich beraten lassen – die EUTB (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) vermittelt kostenlos weiter.
Sportangebote und Trainingsinhalte sollten auf Ihre individuelle Sehsituation abgestimmt sein. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich an Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt.
Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.