Vergrößerung und Lupen

Solange ein Restsehvermögen vorhanden ist, ist Vergrößerung oft der schnellste Weg zurück zum Lesen. Welche Hilfe passt, hängt von Aufgabe, Sehschärfe und Gesichtsfeld ab.

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Optische Lupen

  • Handlupen sind klein und günstig – ideal für Preisschilder, Speisekarten oder Beipackzettel. Modelle mit eingebauter LED-Beleuchtung sind deutlich hilfreicher.
  • Standlupen stehen in festem Abstand auf dem Text. Sie eignen sich für längeres Lesen, weil die Hand nicht den richtigen Abstand halten muss.
  • Lupenbrillen und Fernrohrlupenbrillen lassen beide Hände frei, zum Beispiel für Handarbeiten oder zum Fernsehen. Sie erfordern Übung und eine genaue Anpassung.

Elektronische Lupen und Bildschirmlesegeräte

  • Elektronische Handlupen zeigen den Text vergrößert auf einem kleinen Bildschirm, oft mit Falschfarben wie Gelb auf Schwarz und einer Standbildfunktion.
  • Bildschirmlesegeräte (früher auch „Lesegeräte“ oder „CCTV“) haben eine Kamera über einem beweglichen Lesetisch und einen großen Monitor. Damit lassen sich Bücher, Post und sogar Handschriftliches bequem lesen und schreiben.
  • Geräte mit Vorlesefunktion erkennen den Text zusätzlich und lesen ihn vor – hilfreich bei stark schwankendem Sehen oder schneller Ermüdung.

Das Smartphone als Lupe

  • iPhone: Die App „Lupe“ ist vorinstalliert und lässt sich über das Kontrollzentrum oder die Seitentaste (dreimal drücken) starten. Sie bietet Filter, Licht und Standbild.
  • Android: Die App „Lupe“ von Google (Magnifier) oder die Kamera-Zoomfunktion; viele Hersteller haben eine eigene Lupen-App.
  • Für längeres Lesen ist die Texterkennung mit Vorlesefunktion oft angenehmer als starkes Vergrößern. Siehe Texterkennung.

Den Bildschirm vergrößern

  • Windows: Die Bildschirmlupe starten Sie mit Windows + Plus und beenden sie mit Windows + Esc. Unter Einstellungen → Barrierefreiheit lassen sich außerdem Text und Mauszeiger vergrößern.
  • Mac: Unter Systemeinstellungen → Bedienungshilfen → Zoom einschalten; mit Option + Cmd + 8 ein- und ausschalten.
  • Browser: Mit Strg + Plus (Mac: Cmd + Plus) wird die ganze Webseite größer; eine Leseansicht entfernt störende Elemente.
  • Für stärkere Sehbehinderung gibt es spezielle Vergrößerungsprogramme wie ZoomText oder SuperNova, die Vergrößerung, Farbanpassung und Sprachausgabe verbinden.

Licht und Kontrast

  • Eine Leselampe mit Schwenkarm und blendfreiem, hellem Licht sollte seitlich von vorne auf den Text leuchten, nicht in die Augen.
  • Kantenfilter-Brillen mit gelben oder orangefarbenen Gläsern verringern Blendung und verbessern bei manchen Erkrankungen den Kontrast. Sie sollten ausprobiert werden, weil die passende Tönung sehr individuell ist.
  • Dunkle Schrift auf hellem Grund ist Standard; viele Menschen mit Sehbehinderung lesen aber mit heller Schrift auf dunklem Grund entspannter. Probieren Sie beides aus.

Häufige Fragen

Zahlt die Krankenkasse eine Lupe?

Ja, wenn sie medizinisch notwendig ist. Vergrößernde Sehhilfen wie Lupen, Fernrohrlupenbrillen und Bildschirmlesegeräte stehen in der Produktgruppe 25 des Hilfsmittelverzeichnisses. Sie brauchen eine augenärztliche Verordnung; die Anpassung erfolgt meist bei einem Augenoptiker mit Low-Vision-Erfahrung.

Welche Vergrößerung brauche ich?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Stärkere Lupen haben ein kleineres Sichtfeld, schwächere zeigen mehr Text auf einmal. Eine Low-Vision-Beratung testet, mit welcher Vergrößerung Sie Zeitungsdruck bequem lesen können.

Persönliche Beratung finden

Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.