Schwerbehindertenausweis
Wie der GdB festgestellt wird, welche Merkzeichen möglich sind und was sie Ihnen bringen.
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Blindheit und Sehbehinderung verursachen Mehrkosten – für Hilfsmittel, Begleitung, Fahrten oder Unterstützung im Haushalt. Mehrere Leistungen gleichen diese Nachteile zumindest teilweise aus.
Alle Bundesländer zahlen blinden Menschen ein Blindengeld. Es soll die Mehraufwendungen ausgleichen, die durch die Blindheit entstehen, und wird unabhängig von Einkommen und Vermögen gezahlt. Voraussetzungen, Beträge und die zuständige Behörde regelt jedes Land in einem eigenen Gesetz.
Einige Bundesländer zahlen hochgradig sehbehinderten Menschen (Sehschärfe höchstens 0,05) ein geringeres Sehbehindertengeld. Für taubblinde Menschen gibt es in mehreren Ländern einen erhöhten Betrag. Ob und in welcher Höhe, steht in der DBSV-Übersicht.
Die Blindenhilfe ist eine bundesweite Leistung der Sozialhilfe. Sie kommt infrage, wenn das Landesblindengeld niedriger ist als die Blindenhilfe und Einkommen und Vermögen bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Das Landesblindengeld wird angerechnet; die Blindenhilfe stockt also auf. Den Antrag stellen Sie beim Sozialamt.
Blindheit allein begründet keinen Pflegegrad, aber viele Menschen mit Sehbehinderung brauchen im Alltag Unterstützung, etwa beim Einkaufen, bei der Medikamenteneinnahme oder außer Haus. Stellen Sie bei Bedarf einen Antrag bei der Pflegekasse. Schildern Sie der Gutachterin oder dem Gutachter konkret, wobei Sie Hilfe brauchen. Mit einem Pflegegrad sind auch Leistungen wie der Entlastungsbetrag möglich.
Das hängt vom Bundesland ab. Für Erwachsene reicht die Spanne 2026 von 350 Euro im Monat in Schleswig-Holstein bis zu deutlich über 700 Euro etwa in Bayern. Für Minderjährige und Menschen in Einrichtungen gelten teils andere Beträge. Die aktuellen Sätze aller Länder veröffentlicht der DBSV.
Beim Bürgergeld und bei der Sozialhilfe bleibt das Blindengeld anrechnungsfrei. Wer gleichzeitig Pflegegeld aus der Pflegeversicherung erhält, bekommt in vielen Ländern ein gekürztes Blindengeld. Die Regeln unterscheiden sich je nach Landesgesetz.
Blindengeld setzt Blindheit im rechtlichen Sinn voraus: Sehschärfe höchstens 0,02 auf dem besseren Auge oder eine gleich schwere Störung, etwa ein stark eingeengtes Gesichtsfeld. Menschen mit Restsehvermögen können also durchaus als blind gelten. Einige Länder zahlen zudem hochgradig sehbehinderten Menschen ein Sehbehindertengeld.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Ihren Einzelfall helfen die EUTB-Beratungsstellen, der Blinden- und Sehbehindertenverein Ihres Bundeslandes oder ein Sozialverband.
Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.