Schwerbehindertenausweis bei Sehbehinderung: so klappt der Antrag
Schwerbehindertenausweis bei Sehbehinderung: Antrag gut vorbereiten, Merkzeichen und Vorteile, typische Fehler und erfolgreicher Widerspruch.
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Der Schwerbehindertenausweis ist der Schlüssel zu vielen Nachteilsausgleichen – von der Freifahrt über Steuervorteile bis zum Kündigungsschutz. So beantragen Sie ihn richtig.
Grundlage sind die Versorgungsmedizinischen Grundsätze. Entscheidend sind die Sehschärfe beider Augen mit bestmöglicher Korrektur und das Gesichtsfeld; weitere Störungen wie Blendempfindlichkeit oder Doppelbilder können hinzukommen. Mehrere Erkrankungen werden nicht addiert, sondern in ihrer Gesamtauswirkung bewertet.
Der Behinderten-Pauschbetrag in der Einkommensteuer richtet sich nach dem GdB: Er beträgt zum Beispiel 1.140 Euro bei GdB 50, 1.780 Euro bei GdB 70 und 2.840 Euro bei GdB 100. Mit den Merkzeichen Bl oder H erhöht er sich auf 7.400 Euro. Hinzu kommt eine behinderungsbedingte Fahrtkostenpauschale von 900 Euro (ab GdB 80 oder GdB 70 mit Merkzeichen G) bzw. 4.500 Euro (unter anderem mit Bl oder H).
Wenn die Sehschärfe auf dem besseren Auge mit Korrektur nicht mehr als 0,02 (1/50) beträgt oder eine gleich schwere Störung des Sehvermögens vorliegt, etwa eine starke Einengung des Gesichtsfelds.
Grundsätzlich gilt die Feststellung ab dem Antrag. Wenn Sie ein besonderes Interesse glaubhaft machen – etwa für die Steuererklärung früherer Jahre –, kann das Versorgungsamt auf Antrag auch einen früheren Beginn feststellen. Weisen Sie im Antrag ausdrücklich darauf hin.
Nein. Sie entscheiden selbst, wem Sie ihn zeigen. Rechte wie Zusatzurlaub oder den besonderen Kündigungsschutz können Sie aber nur nutzen, wenn der Arbeitgeber von der Schwerbehinderung weiß.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Ihren Einzelfall helfen die EUTB-Beratungsstellen, der Blinden- und Sehbehindertenverein Ihres Bundeslandes oder ein Sozialverband.
Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.