Reisen und fremde Orte

Mit guter Vorbereitung sind Reisen auch mit wenig oder ohne Sehvermögen gut machbar – ob allein, mit Begleitung oder in einer Gruppe.

Aktualisiert am · 1 Min. Lesezeit

Die Reise planen

  • Wählen Sie eine Unterkunft mit kurzen, einfachen Wegen, etwa in Bahnhofsnähe oder mit Abholservice.
  • Fragen Sie vorab nach, ob die Unterkunft Informationen in digitaler Form schickt (Hausordnung, Frühstückszeiten, WLAN-Zugang).
  • Speichern Sie wichtige Adressen und Telefonnummern im Smartphone und als Favoriten in Ihrer Navigations-App.
  • Nehmen Sie Kopien wichtiger Dokumente digital mit und notieren Sie sich die Notrufnummer 112, die in der ganzen EU gilt.
  • Blinden- und Sehbehindertenvereine sowie spezialisierte Reiseveranstalter bieten Gruppenreisen mit sehender Begleitung an. Es gibt außerdem Erholungs- und Urlaubshotels, die auf blinde und sehbehinderte Gäste eingestellt sind.

Unterwegs mit Flugzeug und Bahn

  • Flughafen: Nach EU-Recht haben Menschen mit Behinderung Anspruch auf kostenlose Unterstützung vom Eingang bis zum Sitzplatz. Melden Sie den Bedarf spätestens 48 Stunden vor Abflug bei der Fluggesellschaft oder dem Reisebüro an.
  • Bahn: Hilfe beim Ein-, Aus- und Umsteigen über die Mobilitätsservice-Zentrale anmelden.
  • Blindenführhund: Informieren Sie sich frühzeitig über Einreisebestimmungen, Impfungen und die Regeln der Airline.
  • Gepäck: Ein auffälliger Anhänger oder Aufkleber hilft beim Wiedererkennen; viele Reisende nutzen zusätzlich einen Bluetooth-Tracker.

Am Zielort ankommen

  • Lassen Sie sich Zimmer, Bad, Lichtschalter, Steckdosen und Fluchtweg bei der Ankunft einmal zeigen.
  • Legen Sie Schlüsselkarte, Telefon und Geldbörse immer an denselben Ort.
  • Zählen Sie Türen vom Aufzug bis zum Zimmer oder markieren Sie die Zimmertür mit einem kleinen Gummiband am Türgriff.
  • Erkunden Sie die nähere Umgebung zuerst mit Begleitung oder bei ruhigem Verkehr.
  • Apps wie Be My Eyes helfen bei Speisekarten, Schildern und Automaten.

Checkliste für die Reisetasche

  • Langstock und Ersatzstock
  • Schwerbehindertenausweis und Beiblatt mit Wertmarke
  • Smartphone, Ladekabel, Powerbank und Reiseadapter
  • Kopfhörer, möglichst Knochenleitung
  • Handlupe oder elektronische Lupe, gegebenenfalls Kantenfilter-Brille
  • Medikamente mit Medikationsplan
  • Kleine Taschenlampe für Menschen mit Restsehvermögen

Persönliche Beratung finden

Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.