Bus und Bahn

Mit Schwerbehindertenausweis und Wertmarke fahren viele Menschen mit Sehbehinderung im Nahverkehr kostenlos. Die Deutsche Bahn hilft auf Anmeldung beim Ein-, Aus- und Umsteigen.

Aktualisiert am · 1 Min. Lesezeit

Freifahrt und Begleitperson

  • Freifahrt im Nahverkehr: Wer im Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen G, aG, H, Bl, Gl oder TBl hat, kann eine Wertmarke erhalten und damit bundesweit Busse, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen sowie Regionalzüge in der 2. Klasse kostenlos nutzen.
  • Kosten der Wertmarke: 104 Euro für ein Jahr oder 53 Euro für ein halbes Jahr (Stand 2026). Mit den Merkzeichen Bl oder H sowie beim Bezug bestimmter Sozialleistungen ist sie kostenlos.
  • Begleitperson: Steht im Ausweis das Merkzeichen B, fährt eine Begleitperson im Nah- und Fernverkehr kostenlos mit. Sie benötigt keine eigene Fahrkarte. Sitzplätze für Sie und Ihre Begleitung können Sie bei der Anmeldung über die Mobilitätsservice-Zentrale gleich mit reservieren lassen.
  • Blindenführhund: Er fährt immer kostenlos mit.

Mobilitätsservice der Deutschen Bahn

Die Mobilitätsservice-Zentrale organisiert kostenlos Hilfe beim Ein-, Aus- und Umsteigen. Mitarbeitende holen Sie am Eingang oder Treffpunkt ab, bringen Sie zum Zug und nehmen Sie am Zielbahnhof in Empfang.

  • Telefon: 030 65 21 28 88 (montags bis freitags 6 bis 22 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen 8 bis 20 Uhr)
  • Online: über das barrierefreie Formular unter msz.bahnhof.de
  • Anmeldung: am besten bis 20 Uhr am Vortag, für Auslandsreisen mindestens 24 Stunden vorher.

Tipps für Bahnhof und Haltestelle

  • Bodenindikatoren – Rillen- und Noppenplatten – führen zu Treppen, Aufzügen und zum sicheren Wartebereich an der Bahnsteigkante.
  • Fragen Sie beim Einsteigen laut nach Linie und Richtung. Busfahrerinnen und -fahrer sagen die Linie auf Nachfrage an.
  • In einigen Städten gibt es Apps oder Funksender, mit denen blinde Fahrgäste am Bus einen Einstiegswunsch anmelden oder die Linienansage auslösen können. Fragen Sie bei Ihrem Verkehrsverbund nach.
  • Die DB-Navigator-App zeigt Wagenreihung, Gleis und Verspätungen und ist mit VoiceOver und TalkBack bedienbar.
  • Planen Sie beim Umsteigen genug Zeit ein – mindestens zehn bis fünfzehn Minuten, wenn Sie Hilfe angemeldet haben.

Quellen und weiterführende Links

Persönliche Beratung finden

Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.