Selbsthilfegruppen
Austausch mit Menschen, die Ähnliches erleben – vor Ort, am Telefon und online.
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Ein Sehverlust ist ein tiefer Einschnitt. Trauer, Wut, Angst und Rückzug sind normale Reaktionen – und es gibt viele Wege, wieder Zuversicht und Selbstständigkeit zu gewinnen.
Viele Menschen beschreiben zunächst Schock und Unglauben, danach Trauer über das, was verloren geht, Wut, Angst vor Abhängigkeit oder Scham. Das ist keine Schwäche, sondern eine natürliche Reaktion auf einen großen Verlust. Besonders belastend ist es, wenn sich das Sehen schrittweise verschlechtert – dann beginnt die Anpassung jedes Mal ein Stück von vorn.
Suchen Sie ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe, wenn Sie über mehrere Wochen niedergeschlagen sind, kaum noch Freude empfinden, schlecht schlafen, sich stark zurückziehen oder Gedanken haben, nicht mehr leben zu wollen. Menschen mit Sehbehinderung erkranken häufiger an Depressionen – und Depressionen sind gut behandelbar.
In akuten seelischen Krisen erreichen Sie die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Bei Lebensgefahr wählen Sie die 112.
Menschen mit starkem Sehverlust sehen manchmal Muster, Gesichter, Tiere oder Landschaften, die nicht da sind. Das Gehirn füllt fehlende Seheindrücke selbst auf. Die Betroffenen wissen meist, dass die Bilder nicht echt sind. Das Syndrom ist keine psychische Erkrankung und nicht gefährlich. Es hilft, der Augenärztin oder dem Augenarzt davon zu erzählen; oft werden die Bilder mit der Zeit seltener.
Erste Ansprechpartner sind Hausarztpraxis und Augenarztpraxis. Eine psychotherapeutische Sprechstunde können Sie direkt vereinbaren; die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung ist unter 116 117 erreichbar. Viele Blinden- und Sehbehindertenvereine vermitteln zudem Gesprächsangebote von Betroffenen.
Dieser Beitrag ersetzt keine augenärztliche Untersuchung oder Behandlung. Bei plötzlicher Sehverschlechterung, Lichtblitzen, Schatten oder Schmerzen suchen Sie bitte sofort eine Augenarztpraxis oder Augenklinik auf.
Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.