Arbeitsplatz anpassen
Licht, Monitor, Vergrößerung, Screenreader und Braillezeile – und wer die Kosten übernimmt.
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Schwerbehinderte und gleichgestellte Beschäftigte haben besondere Rechte. Sie sollen sicherstellen, dass eine Behinderung nicht zum Nachteil im Arbeitsleben wird.
Schwerbehinderte Beschäftigte können vom Arbeitgeber eine Beschäftigung verlangen, bei der sie ihre Fähigkeiten voll einsetzen können, sowie eine behinderungsgerechte Einrichtung des Arbeitsplatzes mit den nötigen technischen Hilfen. Der Anspruch besteht nicht, wenn die Umsetzung für den Arbeitgeber unzumutbar oder mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden wäre – was angesichts der Förderung durch Integrationsamt und Reha-Träger selten der Fall ist. Außerdem können Sie bei Bedarf eine Teilzeitbeschäftigung verlangen.
Schwerbehinderte Menschen erhalten zusätzlich fünf bezahlte Urlaubstage im Jahr, wenn sie fünf Tage pro Woche arbeiten. Bei weniger Arbeitstagen verringert sich der Anspruch entsprechend. Gleichgestellte haben keinen Anspruch auf Zusatzurlaub.
Ein Arbeitgeber darf schwerbehinderten und gleichgestellten Beschäftigten erst kündigen, wenn das Integrationsamt vorher zugestimmt hat. Der Schutz gilt, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht. Das Integrationsamt prüft, ob die Kündigung mit der Behinderung zusammenhängt, und sucht nach Möglichkeiten, den Arbeitsplatz zu erhalten.
Wer einen GdB von 30 oder 40 hat und ohne Unterstützung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder behalten kann, kann bei der Agentur für Arbeit die Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen beantragen. Sie gilt ab dem Tag der Antragstellung.
Grundsätzlich nein. Eine Pflicht besteht nur, wenn Sie die Tätigkeit wegen der Sehbehinderung nicht ausüben können oder sich oder andere gefährden würden – etwa als Berufskraftfahrer. Um Rechte wie Zusatzurlaub, Kündigungsschutz oder eine Arbeitsplatzausstattung zu nutzen, müssen Sie die Schwerbehinderung allerdings mitteilen.
Gleichgestellte erhalten vor allem den besonderen Kündigungsschutz und Leistungen des Integrationsamts wie technische Arbeitshilfen. Zusatzurlaub und die Freifahrt gibt es für Gleichgestellte dagegen nicht.
Für schwerbehinderte Beschäftigte übernimmt das Integrationsamt die Kosten einer notwendigen Arbeitsassistenz. Bei einem neuen Arbeitsverhältnis sind für die ersten drei Jahre häufig die Reha-Träger wie die Rentenversicherung oder die Agentur für Arbeit zuständig.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Ihren Einzelfall helfen die EUTB-Beratungsstellen, der Blinden- und Sehbehindertenverein Ihres Bundeslandes oder ein Sozialverband.
Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.