Körperpflege & Kleidung
Pflege-Routinen, Medikamenten-Management und garderobentaugliche Systeme – selbstständig und sicher mit Sehbehinderung.
Sich selbst versorgen, sicher und souverän
Körperpflege, Medikamente und Kleidung sind eng verzahnte Alltagsbereiche. Wer hier ein klares System etabliert – taktile Markierungen in Bad und Schrank, ein zuverlässiger Medikamenten-Plan und eine durchdachte Garderobenorganisation – gewinnt Sicherheit, Zeit und Unabhängigkeit. Die folgenden Tipps decken die wichtigsten Bereiche Schritt für Schritt ab.
Körperpflege und Bad-Organisation
- Zahnpasta taktil markieren: Einen Gummiring oder Tastpunkt auf die Tubenoberseite kleben, damit die Ausrichtung beim Aufdrehen eindeutig bleibt.
- Shampoo- und Duschgelflaschen unterscheiden: Unterschiedlich viele Gummiringe um den Flaschenhals wickeln (ein Ring = Shampoo, zwei = Duschgel).
- Rasier-Techniken anpassen: Elektrische Rasierer mit akustischer Fertigmeldung bevorzugen – sie reduzieren das Verletzungsrisiko gegenüber Klingen.
- Hautpflege-Produkte nach Konsistenz unterscheiden: Creme in Tuben, Lotion in Pumpspender, Öl in Tropfflaschen – unterschiedliche Verpackungstypen vermeiden Verwechslungen.
- Badezimmer kontrastreich gestalten: helles Waschbecken-Set auf dunkler Ablage, kontrastreiche Zahnbürsten (z. B. Curaprox farbcodiert).
- Duschsicherheit erhöhen: rutschfeste Matte mit taktiler Textur am Duschboden und Wandhalterung mit klarem ertastbarem Haken für Handtücher.
- Haarpflege: Bürsten und Kämme mit unterschiedlichem Griff markieren – z. B. Gummiring auf der Bürste, kein Ring auf dem Kamm.
Medikamente und Gesundheit
- Medikamenten-Organizer mit Wochentaktkammern nutzen (z. B. Dosett) – einmal wöchentlich befüllen, dann ist der Überblick gesichert.
- Medikamentenplan als groß gedruckten Aushang und als Foto auf dem Smartphone speichern.
- Erinnerungen über die „Medikamente"-App oder Sprachassistenten einrichten (z. B. „Alexa, erinnere mich um 20 Uhr an Blutdrucksenker").
- Verfalldaten mit kontrastreichen Markierungen versehen – z. B. roter Punkt bei bald ablaufenden Packungen.
- Apotheken-App mit Lieferservice einrichten – rezeptfreie Medikamente kostenfrei liefern lassen.
- Vitalwerte mit sprechenden Geräten erfassen: Blutdruckmessgerät von Beurer (BM 67) oder Omron (X4M Plus) mit Sprachausgabe.
Kleidung organisieren und Wäsche pflegen
- Farb-Codierungssystem im Schrank aufbauen: Dunkle Kleidung links, helle rechts. Innerhalb jeder Farbfamilie nach Oberteil/Unterteil sortieren.
- Taktil unterscheidbare Etiketten anbringen: z. B. unterschiedlicher Knopfstil pro Farbe oder taktile Aufnäher von MABIS.
- Outfits als Sets zusammenhängen (Hemd + Hose + Pullover auf einem Bügel) – das entlastet die tägliche Auswahl.
- Socken mit Sicherheitsnadeln zusammenstecken, bevor sie in die Wäsche gehen – kein Sortieren danach mehr nötig.
- Waschmittel-Pods oder vorportionierte Kapseln verwenden – kein Abschätzen von Flüssigkeitsmengen nötig.
- Pflegeetiketten fotografieren und zentral speichern, um Waschempfehlungen nachschlagen zu können.
Farbtester und Outfit-Systeme
- Colorino 2 Farbtester (ca. 200–250 €, über Krankenkasse finanzierbar): Erkennt über 100 Farben und nennt diese über Sprachausgabe.
- Outfit-Apps nutzen: „My Wardrobe" (iOS) oder „Smart Closet" (iOS/Android) fotografiert und kategorisiert Kleidungsstücke.
- Schuhe mit unterschiedlichen Schnürsenkeln markieren: z. B. rote Senkel am linken schwarzen Schuh, schwarze am rechten.
- Garderoben-Organisation nach „Outfit-Rotation": Häufig getragene Kombinationen vorne, saisonale Kleidung hinten.
- Kleidungsstücke nach Textur sortieren: Glatt = Hemden, rau = Pullover – das Tastgefühl führt zur richtigen Kategorie.
Passende Produkte
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