Sport und Bewegung

Sport ist mit Sehbehinderung fast immer möglich – manchmal mit Anpassungen oder einer Begleitperson. Bewegung stärkt Gleichgewicht und Selbstvertrauen und beugt Stürzen vor.

Aktualisiert am · 1 Min. Lesezeit

Sportarten mit Begleitung

  • Laufen und Walking: Mit einer sehenden Begleitperson (Guide), die über ein kurzes Band an der Hand verbunden ist. Viele Laufgruppen und Lauftreffs vermitteln Guides.
  • Tandem: Die sehende Person lenkt vorne, Sie treten hinten mit. Einige Vereine verleihen Tandems.
  • Wintersport: Skifahren und Langlauf mit einer Begleitperson, die per Zuruf oder Funk führt.
  • Klettern: Beim Toprope-Klettern gibt eine Person von unten Hinweise zu Griffen und Tritten.

Sport ohne ständige Begleitung

  • Schwimmen: Eine feste Bahn, die Leine als Orientierung und ein Hinweis kurz vor der Wand (etwa per Tippen mit einem Stab) machen Bahnenschwimmen sicher.
  • Fitnessstudio: Geräte mit fester Position lassen sich gut erlernen; bitten Sie um eine ausführliche Einweisung und tastbare Markierungen an den Einstellungen.
  • Yoga, Pilates, Tanz und Gymnastik: Gute Kursleitungen beschreiben die Übungen mit Worten. Online-Kurse mit ausführlicher Ansage gibt es ebenfalls.
  • Heimtrainer und Rudergerät: Training zu Hause, unabhängig von Wetter und Wegen.

Sportarten speziell für blinde und sehbehinderte Menschen

  • Goalball: Zwei Teams werfen einen Ball mit Glocken auf das gegnerische Tor. Alle tragen Dunkelbrillen, damit gleiche Bedingungen gelten. Goalball ist paralympisch.
  • Torball: Ähnlich wie Goalball; der Ball rollt unter drei Leinen hindurch.
  • Blindenfußball: Mit Rasselball, sehendem Torwart und Guides hinter dem Tor.
  • Showdown: Eine Art Tischtennis für blinde Menschen an einem Tisch mit Banden und einem rasselnden Ball.
  • Judo und Schach: Sportarten, in denen blinde und sehende Menschen oft gemeinsam antreten.

So finden Sie ein Angebot

  • Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und seine Landesverbände nennen Vereine mit Angeboten für blinde und sehbehinderte Menschen.
  • Blinden- und Sehbehindertenvereine organisieren oft eigene Sportgruppen, Wanderungen und Tanzkurse.
  • Rehasport in Gruppen kann ärztlich verordnet werden; die Krankenkasse übernimmt dann in der Regel die Kosten für eine bestimmte Zahl von Übungseinheiten.
  • Viele allgemeine Sportvereine nehmen gern Mitglieder mit Sehbehinderung auf – fragen Sie einfach nach.

Persönliche Beratung finden

Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.