KI-Assistenten und Smart Home

Sprachassistenten beantworten Fragen, KI-Apps beschreiben Fotos, und smarte Geräte lassen sich per Stimme steuern. Richtig eingesetzt, ersetzen sie viele Handgriffe, bei denen man sonst Hilfe bräuchte.

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Smarte Lautsprecher

Geräte mit Amazon Alexa, Google Assistant oder Apple Siri sind für viele Menschen mit Sehbehinderung der einfachste Einstieg in die Sprachsteuerung:

  • Uhrzeit, Datum, Wetter und Nachrichten ansagen lassen,
  • mehrere Timer gleichzeitig beim Kochen stellen,
  • Radio, Podcasts und Hörbücher abspielen,
  • Einkaufslisten und Erinnerungen per Sprache führen,
  • Kontakte anrufen, ohne das Telefon zu suchen.

Modelle mit Bildschirm zeigen die Informationen zusätzlich groß an – hilfreich für Menschen mit Restsehvermögen.

KI, die Bilder beschreibt

  • Be My AI in der App Be My Eyes beschreibt Fotos ausführlich; Sie können nachfragen, etwa „Welche Farbe hat das Hemd?“.
  • Seeing AI beschreibt Szenen, liest Texte und erkennt Produkte.
  • Allgemeine KI-Assistenten wie ChatGPT, Google Gemini oder Microsoft Copilot können ebenfalls Fotos auswerten und per Sprache antworten; einige bieten eine Live-Kamerafunktion.
  • Kamerabrillen mit KI-Assistent ermöglichen Fragen, ohne das Smartphone in der Hand zu halten.

Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Beitrag KI-Apps zur Bildbeschreibung.

Smart Home

  • Licht: Smarte Lampen lassen sich per Stimme schalten, dimmen und in der Farbtemperatur ändern – ohne Lichtschalter zu suchen.
  • Steckdosen: Kaffeemaschine oder Lampe per Sprachbefehl ein- und ausschalten.
  • Heizung: Smarte Thermostate ersetzen schwer lesbare Drehregler.
  • Tür: Video-Türklingeln sagen an, wer klingelt; smarte Schlösser öffnen per App.
  • Sicherheit: Rauch- und Wassermelder mit Benachrichtigung aufs Smartphone.

Tipp: Wählen Sie Geräte, die mit Ihrem Sprachassistenten kompatibel sind, und geben Sie Räumen und Geräten kurze, eindeutige Namen („Küchenlicht“).

Grenzen und Datenschutz

  • KI-Beschreibungen klingen überzeugend, können aber falsch sein. Bei Medikamenten, Geldbeträgen, Haltbarkeitsdaten und Verkehrssituationen nie allein darauf verlassen.
  • Fotos werden meist zur Auswertung auf Server des Anbieters übertragen. Laden Sie Ausweise, Kontoauszüge oder Befunde nur hoch, wenn Sie das bewusst wollen.
  • Smarte Lautsprecher haben eine Taste, um das Mikrofon stummzuschalten. Sprachaufnahmen lassen sich in der jeweiligen App einsehen und löschen.
  • Sprachassistenten brauchen eine stabile Internetverbindung; wichtige Funktionen wie Notruf sollten auch ohne sie erreichbar sein.

Persönliche Beratung finden

Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.