Zum Hauptinhalt springen
Alltagstipps

Arbeitsplatz & Beruf

Mit der passenden Ausstattung und den richtigen Ansprechpartnern ist ein erfüllter Berufsalltag mit Sehbehinderung gut möglich. Die wichtigsten Stellschrauben im Überblick.

Den Arbeitsplatz anpassen

Oft machen wenige Anpassungen den Unterschied zwischen Anstrengung und gutem Arbeiten:

  • Beleuchtung und Blendung: helle, gleichmäßige Beleuchtung am Platz, Blendquellen (Fenster im Rücken oder vor dem Monitor) vermeiden, matte Oberflächen bevorzugen.
  • Bildschirm und Software: großer Monitor, erhöhter Kontrast, Bildschirmlupe oder Vergrößerungssoftware, bei Bedarf Screenreader. Einen Überblick gibt unsere Seite Hilfsmittel und der Bereich Digitale Hilfsmittel.
  • Organisation: feste Ablageorte, beschriftete oder taktil markierte Ordner, gleichbleibende Abläufe für wiederkehrende Aufgaben.

Förderung und Kostenübernahme

Technische Arbeitshilfen und Unterstützung am Arbeitsplatz müssen Sie in der Regel nicht selbst bezahlen. Wichtige Anlaufstellen:

  • Integrations-/Inklusionsämter: fördern u. a. die behinderungsgerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes und Arbeitsassistenz. Informationen unter integrationsaemter.de
  • Agentur für Arbeit und Rentenversicherung: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, etwa bei Umschulung oder Wiedereinstieg. Welche Stelle zuständig ist, hängt vom Einzelfall ab – das Integrationsamt hilft bei der Einordnung.
  • Recherche zu Hilfsmitteln für den Beruf: herstellerneutral unter rehadat-hilfsmittel.de

Welche Rechte Sie als Arbeitnehmer haben – vom Nachteilsausgleich bis zum Zusatzurlaub – erklärt ausführlich unser Artikel Rechte von sehbehinderten Menschen am Arbeitsplatz.

Zusammenarbeit im Team

Vieles wird leichter, wenn Kolleginnen und Kollegen wissen, was hilft – und was nicht:

  • Offen sagen, was Sie gut sehen können und wo Unterstützung sinnvoll ist. Das verhindert Missverständnisse auf beiden Seiten.
  • Um barrierearme Dokumente bitten: ausreichende Schriftgröße, klare Struktur mit Überschriften, Texte statt Bildschirmfotos.
  • In Besprechungen hilft es, wenn Präsentationsinhalte kurz beschrieben oder vorab geschickt werden.
  • Neue Tools im Team früh auf Bedienbarkeit mit Vergrößerung oder Screenreader prüfen, bevor sie eingeführt werden.

Drei Tipps für den Einstieg

  • Beratung vor Technikkauf: Erst mit dem Integrationsamt oder einer Beratungsstelle sprechen, dann anschaffen – sonst riskieren Sie, auf Kosten sitzen zu bleiben.
  • Anpassungen schriftlich anstoßen und realistisch planen: Anträge brauchen Zeit, Zwischenlösungen mit dem Arbeitgeber vereinbaren.
  • Vernetzen: Der Austausch mit anderen Berufstätigen mit Seheinschränkung (z. B. über Selbsthilfegruppen) liefert oft die praktischsten Lösungen.