Bildungsangebote

Lernen ist mit Sehbehinderung in jedem Alter möglich – von der Frühförderung über Schule und Studium bis zum Braille- oder Smartphone-Kurs im Ruhestand.

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Eine Person arbeitet mit Kopfhörern an einem Computer mit vergrößerter Darstellung.

Kinder und Schule

  • Frühförderung: Für Kinder mit Sehbehinderung gibt es spezialisierte Frühförderstellen, die Familien ab dem Säuglingsalter begleiten.
  • Schule: Kinder können eine allgemeine Schule besuchen und dort von Lehrkräften für den Förderschwerpunkt Sehen unterstützt werden, oder ein Förderzentrum bzw. eine Schule mit Förderschwerpunkt Sehen. Ansprechpartner sind die Schulbehörde und die Förderzentren Ihres Bundeslandes.
  • Nachteilsausgleich: In Schule und Prüfungen stehen Schülerinnen und Schülern mit Sehbehinderung Nachteilsausgleiche zu, etwa mehr Zeit, vergrößerte Unterlagen oder Hilfsmittel.
  • Der Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik (VBS) bietet eine Adressübersicht der Einrichtungen.

Studium

  • blista Marburg

    Die Deutsche Blindenstudienanstalt ist ein Kompetenzzentrum für blinde und sehbehinderte Menschen: mit Gymnasium und Internat, Beratung zu Studium und Beruf, Reha-Angeboten und der Produktion von Braille- und Hörmedien.

  • DVBS

    Der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf vernetzt Studierende, bietet Mentoring und Weiterbildung.

  • Beauftragte an der Hochschule

    Jede Hochschule hat Beauftragte für Studierende mit Behinderung. Sie helfen bei Nachteilsausgleichen in Prüfungen und bei barrierefreien Lernmaterialien. Mehrbedarfe im Studium wie Assistenz oder Hilfsmittel werden in der Regel über die Eingliederungshilfe finanziert.

Braille lernen

Braille – die Punktschrift – lohnt sich nicht nur für vollständig blinde Menschen. Schon Kurzschrift-Kenntnisse helfen beim Beschriften von Dosen, Ordnern oder Medikamenten. Kurse bieten die Blinden- und Sehbehindertenvereine, Rehabilitationslehrkräfte und einige Volkshochschulen an; es gibt auch Fernkurse mit Braille-Material per Post.

Computer und Smartphone

  • Viele Blinden- und Sehbehindertenvereine bieten Kurse und Sprechstunden zu Smartphone, Computer und Screenreader an – oft auch per Telefon oder Videokonferenz.
  • Hilfsmittelanbieter schulen in der Nutzung ihrer Geräte und Software; bei Hilfsmitteln von der Krankenkasse gehört die Einweisung zur Versorgung.
  • Für den ersten Einstieg: unsere Anleitungen zu Smartphone und Tablet und Screenreadern.

Bücher und Zeitschriften

Blindenhörbüchereien verleihen kostenlos Hörbücher im DAISY-Format sowie Bücher in Braille. Der Katalog von Medibus verzeichnet die Bestände der Blindenbüchereien im deutschsprachigen Raum; eine der großen Einrichtungen ist dzb lesen in Leipzig. Wie die Anmeldung funktioniert, erklärt der Beitrag Barrierefreie Bücher.

Persönliche Beratung finden

Blinden- und Sehbehindertenvereine, EUTB-Stellen und Selbsthilfegruppen beraten kostenlos – oft von Menschen, die selbst sehbehindert sind.